3:3 in rassigem Spitzenspiel
Im vorgezogenen Spitzenspiel der Kreisliga B3 trafen die Sportfreunde aus Hehlrath und der FV Eschweiler aufeinander. Beide Mannschaften waren bis zu diesem Spieltag verlustpunktfrei und belegten die ersten beiden Tabellenplätze. Entsprechend hoch waren auch die Erwartungen an dieses gut besuchte Spiel. Als ich das Auto abschloss, hörte ich bereits den Anpfiff, bei Betreten des Platzes lag der Ball 18 Meter vor dem Tor des FV, zentrale Position - aussichtsreich nennt man das wohl. Der fulminante Schuss setzte auf und zischete knapp am linken Pfosten vorbei.
Fulminante 1. Halbzeit
Dieser Freistoß war der Startschuß zu einer fulminanten ersten Halbzeit, die von beiden Mannschaften leidenschaftlich und mit hohem Tempo geführt wurde. Bei einem Eckball von rechts, der hart in die Mitte geschlagen wurde, ging keiner der FVler zum Kopfball hoch, so dass Hehlrath mit einem Kopfball aus kurzer Entfernung in Führung gehen konnte (10.). Im Gegenzug fast der Ausgleich, tolle Kombination durch das Mittelfeld, henkel geht bis zur Grundlinie, legt zurück aus Arifi, dessen Schuß aus 11 Metern an die Latte abgefälscht wird. Den Abpraller setzte Nowak über das Tor, weil er auf dem schwierigen Platz den Stand verlor. Das kommt davon, wenn man sich am Tag zuvor über den Jugendleiter amüsiert, der sich bei einem Schuß auf den Hosenboden setzt. In der 18. Minute ein typischer Auftritt von Weber, der den Ball auf links zugespielt bekommt und sich in einem packenden Duell gegen seinen Gegenspieler durchsetzt. Sein Zuspiel in die Mitte kann Nowak aus kürzester Distanz zum Ausgleich in die Maschen setzen (18.).
Stärkste Phase des FV
Hehlrath geschockt, der FV nun mit seiner stärksten Phase, in der sich die Mannschaft immer wieder gefährlich vors Tor kombinierte. In der 24. Minute kann die Abwehr der Gastgeber eine Flanke von links nicht entscheidend klären, Arifi und Nowak vestolpern den Ball jedoch. Dem Führungstreffer ging ebenso eine Unsicherheit der Abwehr voraus, diesmal kam die Flanke von Veton Bajri auf rechts, die Innenverteidiger Hehlraths mit Unsicherheiten und Weber kann den Ball mit der Picke ins rechte untere Eck legen (25.). Wenig später der dritte Streich der Wetterschachtler - bei einem Eckball kann Kalff klären, der im Anschluß einen tollen Ball auf Nowak spielt. Sven nutzte seine Schnelligkeit beim Konter, drang in den Strafraum ein und wurde gelegt. Es wäre mir zu müßig, die alte Fußballweisheit vom Gefoulten und dem Strafstoß zu bemühen, zumal sie statistischen Untersuchungen nicht standhält. Nowak jedenfalls verwandelte sicher zum 3:1 (29.)
FV bettelt um Gegentreffer
Völlig ohne Not gaben der FV dann das Heft des Handels aus der Hand und zog sich viel zu weit in die eigenen Hälfte zurück. Die Sportfreunde gewannen nun mehr Zweikämofe und wurden vom abwartenden FV wieder aufgebaut. Die Quittung dann in der 36. Minute: ein Eckball wird auf den langen Pfosten geschlagen, die Zuordnung stimmt nicht, so dass ein vergessener Spieler den Ball zum Anschlußtreffer in Mannis Gehäuse unterbringen kann (36.) Die nächsten Minuten dann geprägt von totaler Verunsicherung des FV, der nun immer passiver und weniger aggressiv wurde. Hehlrath konnte sich ungestört durchs Mittelfeld kombinieren, sogar bis in den Strafraum hinein, Manni war fast schon ausgespielt, Kalff konnte in höchster Not retten (40.). Erst kurz vor der Halbzeit wieder ein Lebenszeichen des FV - Nowak weicht auf den Flügel aus, seine Hereingabe setzt Veton Bajri mit links am rechten Pfosten vorbei (43.) Das wars dann auch mit dem 1. Durchgang, in der die Begegnung hin und her wogte.
Schlagzahl des Spiels lässt nach
Nach der Pause zeigten beide Mannschaften weiterhin, warum sie bislang alle ihre Spiele gewonnen haben. Nach einem harmlosen Freistoß konterte Hehlrath auf eigenem Platz, der Stürmer drehte sich schnell um den Gegenspieler, verzog dann aber mit links. Dies nutzte Veton Baji dann seinerseits zu einem schnellen Gegenstoß aus der eigenen Hälfte, sein Abschluß verfehlte das Ziel jedoch deutlich (47.). Beide Mannschaften nun mit Kampf um jeden Zentimeter Boden, das Geschehen meist zwischen den Strafräumen. In der 56. Minute konnte Veton wieder einen seiner Vorstöße über die heute schwache linke Abwehrseite der Gastgeber starten, seine Hereingabe wurde von der Abwehr fast ins eigene Gehäuse abgefälscht. Es war die letzte Aktion für Veton Bajri, der völlig ausgepumpt seinem Bruder Dardan Platz machte. In der 62. Minute war es erneut der heute sehr starke Kalff, der bei einem Konter der Hausherren in höchster Not klären konnte. Die schönste Szene des Spiels resultierte aus einem Freistoß - Klassen bringt den Ball aus dem Halbfeld, Nowak nimmt den Ball im Sprung mit der Brust an, überlässt dem kreuzenden Bajri den Ball, der den Ball ans Lattenkreuz nagelte (64.) Insgesamt ließ die Schlagzahl des Spiels nun nach, auch wenn es dramatisch und spannend blieb.
FV mit erneuter Passivität
Viele Nickligkeiten prägten nun das Spiel, der FV zog sich unverständlicher Weise immer weiter zurück. Die Sportfreunde konnten so ihr Spiel im Mittelfeld ungestört aufziehen. Wenn man in Betracht zieht, das die Innenverteidiger, die bei diesem Boden, der im Bereich des Strafraums eher einem Handgranatenübungsplatz als einem grünen Rasen glich, einen - im wahrsten Sinne des Wortes - schweren Stand hatten, so kann man dieses Verhalen durchaus als risikofreudig bezeichnen. Fahrlässig jedoch die Tatsache, dass man ein Spiel, das man durchaus kontrollierte, immer wieder durch solche Phasen der Passivität aus der Hand gab. In der 78. Minute dann die Quittung - zum dritten Mal heute durch eine Standardsituation. Eine Freistoß fliegt lang über die Abwehr, ein Stürmer der Hehlrather wird übersehen und der kann den Ball mit der Innenseite aus Luft ins lange Eck schieben, Manni im Tor ohne Chance.
Schlußphase wieder für den FV
Dieser Gegentreffer weckte den FV wieder auf, sofort kam wieder Zug ins Spiel nach vorne, letzte Kraftreserven wurden moblisiert. Bei einer Ecke von Bajri schiebt Cremer den Ball mit rechts artistisch am langen Pfosten vorbei. Und der FV kurz vor Schluß dann noch mit der Riesenchance auf den Dreier. Diesmal kommt Arifi über rechts, der linke Verteidiger weit und breit nicht zu sehen, er dringt in den Strafraum ein, lässt noch einen Gegenspieler aussteigen und legt wuer zu Weber, der aus 8 Metern den Ball auf den gegnerischen Keeper hämmert. Die letzten Minuten bleiben leidenschaftlich, aber ohne Höhepunkte. Zum Schlußpfiff hatte das 3:3 Bestand.
Die Zuschauer haben ein gutes und spannendes Kreisliga B - Spiel gesehen. Das Unentschieden war insgesamt ein gerechtes Ergebnis, mit dem beide Mannschaften leben können. Die Sportfreunde besassen zwar einen leichten Vorteil bei den Spielanteilen, die eindeutigeren Torchancen hatte jedoch der FV. Wenn man sich jedoch drei Tore durch Standardsituationen einfängt, dann steht am Ende des Tages halt "nur" ein Punkt. Sicher ist jedoch, dass beide Mannschaften ganz weit oben mitspielen werden. Am nächsten Spieltag wartet das nächste Highlight, wenn die Preußen aus Hastenrath zum Wetterschacht kommen werden.