Verschwendete Lebenszeit

Nach der Nullnummer am vergangenen Sonntag gegen Hastenrath "reiste" der FV Eschweiler heute zum Patternhof. Und was sich den zahlreichen Zuschauern bei bestem Wetter bot, war mehr als traurig. Ob es an den sommerlichen Temperaturen lag oder an der feuchtfröhlichen Geburtstagsparty bei Armend "Capitano" Arifi, die wohl bis in die Morgenstunden dauerte, das entzog sich den Erkenntnissen der Betrachter. Jedenfalls schien es so, dass keiner der FV-Akteure mit dem PKW hätte anreisen dürfen - Restalkohol lässt grüßen.

Ich könnte, aber....

Ich könnte jetzt chronologisch die ein oder andere Torchance schildern, die es mit einigem Wohlwollen auf beiden Seiten gab, aber ich weigere mich. Stockfehler, mangelnde Laufbereitschaft, blutleerer und leidenschaftsloser Auftritt - so beschreibt sich wohl der Auftritt des FV am Besten. Ich könnte schreiben, dass es nach ungefähr 30 Minuten Elfmeter nach Foul an Nowak hätte geben müssen, aber - ach, ich kriege schon wieder Kopfschmerzen. Selten habe ich mich so über vergeudete Lebenszeit geärgert, wie an diesem Sonntag Nachmittag. Was hätte ich alles machen können - meine Kinder wünschen sich schon lange ein neues Gehege für die Meerschweinchen, das hätte ich bauen können. Oder ich hätte mit nem Hammer krumme Nägel grade klopfen können - da wäre die Zeit sinnvoller investiert.

Zweite Halbzeit auch nicht besser, aber unterhaltsamer

Man kann den Wetterschachtlern gar nicht absprechen, dass sie nach der Halbzeit nicht um Besserung bemüht waren. Aber schon im Arbeitszeugnis ist Vorsicht angesagt, wenn von Bemühen gesprochen wird. Das Geschehen verlagerte sich in die Hälfte der ESG, wirklich Brauchbares sprang nicht dabei heraus. Das lag an katastrophaler Raumaufteilung, an falschen Laufwegen, verhängnisvollen Entscheidungen und technischen Unzulänglichkeiten. Unterhaltsam waren dagegen die Einwürfe der ESG, die eher schottischen Wettkampf als einem regelkonformen Einwurf glichen. Noch nie habe ich einen solch falschen Einwurf gesehen, vom Schiedsrichter (der sich dem Niveau des Spiels anpasste) geflissentlich übersehen und das nicht nur einmal, sondern ungefähr 12 mal. Beim 13. Mal schritt er dann endlich ein und monierte den Einwurf - unter tosendem Applaus der mitgereisten Ostler. Doch die Ausführungen 14 - 25 ließ er dann wieder ungeahndet, wohl auch, weil er sich vor der Ausführung abwandte.

Das Wesentliche

Das Wesentliche ist schnell erzählt. Das Wetter war schön, Fußball gab es nicht zu sehen, dafür ein fröhliches Ball über die rote Backsteinmauerschiessen. Sabrina Arifi kam verspätet auch zum Platz und war froh, dass die Sonne schien, so hatte sie die Berechtigung, eine Sonnenbrille zu tragen. Als sie diese abnahm, sah sie so übernächtigt aus, wie ihr Mann spielte. Herausnehmen aus diesem Offungsbarungseid möchte ich ganz ausdrücklich Eugen Klassen und Rene Berg, die zumindest den Kampf in die Waagschale warfen. Ach ja, ein Tor fiel noch. Für den FV, in der 84. Minute verwandelte Nowak einen Strafstoss nach Foul an Weber. Aber das war mir irgendwie auch egal. Manchmal bin ich einfach soooo müde.

Und nun?

So sollte man in dieser Saison bitte nicht wieder auftreten. So hat man keinerlei Berechtigung, von Aufstieg, Meisterschaft oder gar Spitzengruppe zu sprechen. Auf Trainer Talic wartet viel Arbeit. Die Mannschaft hat eine enorme Offensivkraft, allerdings scheinen die Laufwegen und Automatismen noch nicht zu passen. Am kommenden Sonntag kommt GW Mausbach an den Wetterschacht. Das wäre die Zeit für Wiedergutmachung, denn heute habe ich den ein oder anderen was von Schmerzengeld murmeln hören.