FV vergoldet Dreier
Beim Gastspiel auf der Büsbacher Asche galt es für den FV Eschweiler, die gute Leistung aus dem vergangenen Spiel gegen Fortuna Weisweiler zu bestätigen. Doch die Parameter dieses Spiels waren schon im Vorfeld andere und es sollte sich auch ein völlig anderes Spiel entwickeln.
Fulminante Anfangsphase
Von Beginn an war die Mannschaft auch darauf aus, klare Verhältnisse zu schaffen. Jedoch wurden die ersten beiden Hochkaräter in der Anfangsviertelstunde vergeben, was Trainer Talic die Zornesröte auf die frisch rasierte Glatze trieb. Leider kann ich hiervon nichts genaueres berichten, da ich 15 Minuten zu spät anreiste. Ich wollte den Jungs schon ein herzhaftes: "Jungs, ihr könnt loslegen, die Presse ist da" zurufen, da wurde Nowak im Strafraum angespielt, seinen Schuß konnte der Torwart der Adler noch parieren, den Abpraller versenkte Veton Bajri unter Zuhilfenahme des rechten Innenpfostens in den Maschen (16.). Nur wenige Minuten später startete Weber zu einem seiner unwiderstehlichen Soli, diesmal jedoch zentral und nicht auf der linken Außenbahn, sein fluminater Schuß landete krachend am linken Pfosten, entschlossen nahm Nowak den zweiten Ball auf und markierte das 2:0 (21.).
Gift und Galle
Erst nach diesem 2:0-Rückstand zeigten die Gastgeber das Bestreben, in diese Partie zu kommen. Spielerisch, läuferisch und taktisch waren sie dem FV unterlegen und so legten sie Kampfkraft in die Waagschale. Sie spuckten Gift und Galle, führten harte Zweikämpfe oft an der Grenze des Regelwerks. Nun war es eine intensiv geführte Partie, bei der man immer das Gefühl ahebn musste, sie könnte noch kippen. Zwar hatte der FV die nächste Möglichkeit, als Besart freigespielt wurde, sein Schuß rauschte jedoch knapp über den Querbalken. Doch den Adlern gelang es nun, das spielerische Element des FV einzuschränken und sie vermehrt in unbequeme Zweikämpfe zu zwingen. Erst in der 38. Minute der nächste spielerische Höhepunkt, als der heute sehr agil spielende Weber nach einem Solo mit seinem herzhaften Schuß scheiterte. Ansonsten rieben beide Teams sich in den Zweikämpfen und Provokationen auf. Die Gastgeber, die mit der drittstärksten Offensive aufwarten konnten, waren erschreckend harmlos im Spiel nach vorne, erst in der 41. Minute die erste Gelegenheit, als einem Büsbacher Spieler der Ball im Strafraum vor die Füsse fiel, sein schwacher Schuß kullerte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Noch intensiver nach den Seitenwechsel
Die Gastgeber kamen mit neuem Elan aus der Kabine, schoben ihre Mannschaft weiter nach vorne und erhöhten somit den Druck auf den FV. Dass diese offensivere Einstellung auch gewaltig nach hinten losgehen kann, deutete sich bereits in der 46. Minute an, als Nowak nach feinem Solo auf Weber ablegte, sein Schuß jedoch vorbeiflog. Letzterer startete seinerseits ein solches Solo, legte ab auf Veton Bajri, seinen verunglückten Schuß erläuft Nowak im Strafraum, das Bein des Abwehrspielers kommt zu spät und trifft den Mittelstürmer der Wetterschachtler. Der fällige Elfmeterpfiff blieb jedoch aus (52.). In der 52. Minute dann ein Spielzug zum Zungeschnalzen - nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte schalten die Schwarz-Weißen blitzschnell um und nutzen die ganze Breite des Spielfelds. Der in den letzten Wochen immer stärker werdende Dardan Bajri reisst mit einem herrlichen Seitenwechsel die Abwehr auf, Weber geht mal wieder steil, sein abgefälschter Schuß verwandelte sich in eine Flanke, den Kopfball kann Nowak nicht mehr drücken.
Büsbacher kommen zurück ins Spiel
Der FV versuchte, die Entscheidung zu erzwingen, ging aber zu nachlässig mit seinen Chancen um. Dadurch schöpften die Gastgeber noch einmal Mut und intensivierten ihre Offensivbemühungen. Immer wieder kam es zu gefährlichen Freistoßsituationen, die von Manni jedoch souverän pariert wurden. Das Spiel nun auf des Messers Schneide. Klassen mit schönem Solo, sein Flanke findet Nowak in der Mitte, sein Kopfball rauscht knapp rechts vorbei (59.). Beide Mannschaften kämpften nun um jeden Meter roter Asche, Kombinationsspiel erst wieder in der 75. Minute, zwischen Daran und Veton Bajri, der ablegt auf Klassen, sein Schuß aus spitzem Winkel ist nicht von Erfolg gekrönt. Der FV in der Folgezeit vielleicht eine Spur zu zurückhaltend, die Gastgeber hatten über den Kampf ins Spiel gefunden und konnten ihrerseits gefällige Ballstaffeten aufziehen. Eine dieser Ballstaffeten über gefühlte 15 Stationen fand das Zentrum des FV in ziemlicher Unordnung, der Schuß aus 18 Metern rauschte flach am Pfosten vorbei. Allerdings wäre Manni wohl zur Stelle gewesen (79.).
Spät macht der FV den Sack zu
Die Unentschiedenheit des Spiels war nun fast greifbar, allen Beteiligten war klar, dass der Anschlußtreffer die Brisanz des Spiels noch einmal potentieren würde. Wurden vorher klare Chancen leichtfertig vergeben, so kam die Entscheidung dann reichlich kurios zustande. Auf der rechten Seite führt Veton einen Einwurf aus, der Ball kommt zu seinem Bruder Dardan, der Ball vom Strafraumeck in den langen Winkel zimmert (83.). Dieser Treffer war die endgültige Entscheidung - die Büsbacher steckten auf, der FV verwaltete die Führung über die Zeit.
Am vergangenen Sonntag im Spitzenspiel war die Motivation der Mannschaft angesichts der Bedeutung naturgemäß hoch, heute jedoch hat die Mannschaft Charakter gezeigt. Einen Gegner, der seine Unterlegenheit durch Härte, Giftigkeit und Sperrigkeit zu kompensieren versucht, ist nach einem solchen Highlight sicherlich nicht einfach. Doch die Mannschaft hat 90 Minuten konzentriert und geschlossen agiert und somit die gastgebenden Adler niedergerungen. Einziges Manko in diesem Spiel war die mangelnde Chancenverwertung, die eine frühere Entscheidung im Spiel und damit einen geruhsameren Sonntagnachmittag verhindert hat. Doch die Mannschaft bewahrte ihre Ruhe und hält somit Anschluß an den Tabellenführer aus Hehlrath. Am kommenden Donnerstag findet bereits das Rückspiel des 18. Spieltages statt - mit der ASA Atsch kommt ein ähnlich unbequemer Gegner an den Wetterschacht. Genau wie heute wird eine konzentrierte und disziplinierte Mannschaftsleistung vonnöten sein. Anpfiif der Partie ist 18:30 Uhr.
Aufstellung: Wangnick - Fink, Classen, Schmitt, Özkoca - Cremer (90. Henkel), D.Bajri, V. Bajri (83.Kalff), B.Bajri (60. Arifi) - Weber, Nowak
Tore: 1:0 V. Bajri (16., Nowak), 2:0 Nowak (20., Weber), 3:0 D. Bajri, (86., V. Bajri)